Politische Auseinandersetzung mal anders – Leons Identität

Die COVID-19-Pandemie beschäftigt uns noch immer. Durch die zahlreichen Verbote und die Einschränkungen im öffentlichen Leben flüchten immer mehr Menschen in die virtuelle Welt. Die Videospielbranche gehört zu den klaren Gewinnern der aktuellen Situation.
Laut einer Umfrage von Bitkom wird wieder mehr an der Konsole, dem Computer oder mobilen Geräten gespielt. Fast die hälfe der Befragten hat angegeben, zumindest gelegentlich Videospiele zu spielen. Bei den unter 30-jährigen ist Gaming noch viel beliebter. Hier spielen etwa dreiviertel der Befragten ab und zu Videospielen. Kein Wunder, kann man durch Onlinespiele nebenbei auch die sozialen Kontakte pflegen und gemeinsam mit Freund*innen Spaß haben.

Letzte Woche hat ein neuer Publisher den Gamingmarkt erobert. Sein Name ist Ministerium des Inneren des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag des Innenministeriums ist ein Spiel namens Leons Identität entstanden, welches sich am besten als Point&Click-Adventure beschreiben lasst.
Worum geht es? Leon ist verschwunden und wird von seiner Familie vermisst. Ihr spielt seinen jüngeren Bruder Jonas und müsst in seinem Zimmer Hinweise finden, die sein Verschwinden erklären. Hierzu müssen verschiedene Rätsel gelöst werden.
Inhaltlich dreht sich dabei alles um das Thema Rechtsextremismus. Überall findet man hierzu Parallelen zu real existierenden Gruppierungen und wahren Ereignissen.

Insgesamt bietet Leons Identität in seinen knapp 30 – 45 Minuten Spieldauer, während der die Handlung durch Audio- und Videosequenzen vorangetrieben wird, ausreichend Abwechslung. Ich habe mich zumindest zu keiner Zeit gelangweilt oder unterfordert gefühlt.
Leider merkt man dem Spiel an, dass es noch nicht ganz ausgereift ist. Mein Mittelklasse-PC hat die ganze Zeit über hörbar arbeiten müssen. Außerdem verschlingt das kleine Game knapp 3,5 GB auf der Festplatte und ist aktuell nur für Windows erhältlich. Bis die angekündigte Browserversion des Spiels veröffentlicht wird, ist noch einiges an Feinschliff an der Performance nötig. Was komplett fehlt sind Hinweise zur Steuerung des Spiels. Videospiel-Erfahrende steuern auf Anhieb mit WASD und ducken sich mit der Strg-Taste. Für Einsteiger kann dies schon eine Hürde mit hohem Frustpotential darstellen.

Größter Pluspunkt: Leons Identität ist kostenlos. Wenn ihr also Zeit und Lust habt, das Spiel selbst zu zocken, dann klickt einfach auf den nachfolgenden Link. Von mir gibt es hierfür eine klare Empfehlung!

leon.nrw.de