Werbegestaltung – Worauf sollte man achten?

Beim BDKJ und bei euch vor Ort werden über das Jahr verteilt zahlreiche, großartige Veranstaltungen durchgeführt. Doch was nützen Planung und Vorbereitung, wenn dann am Ende niemand dabei ist? Auch wir sind auf Werbung angewiesen, die viele Menschen erreicht und anspricht.

In der heutigen Zeit ist Werbung jedoch allgegenwärtig. Gerade an Orten mit starkem Publikumsverkehr sieht man überall Plakate, Poster und so weiter. Selbst die Schaufester der örtlichen Geschäfte gleichen zwischenzeitlich einem bunten Mosaik aus Werbung.

Damit ihr aus dieser Masse herausstechen könnt und eure Werbung besser wird, erhaltet ihr in diesem Artikel verschiedene Tipps zur Werbegestaltung. Diese Aussagen basieren auf psychologischen Untersuchungen und stammen aus einer Vorlesung zur Konsumentenpsychologie, die ich während meines Studiums besucht habe. Jedoch solltet ihr beachten, dass es keine universale Gültigkeit für alle diese Empfehlungen gibt.

Tipp #1 – Schaffe Wiedererkennungswert

Nicht nur Firmen benutzen Logos für sich und ihre Marken. Jeder Verband (sogar die meisten Ortsgruppen) verfügt über ein eigenes Logo, mit der er sofort erkannt wird. Beim BDKJ ist es das Kreuzsegel und bei der KjG der Seelenbohrer. Menschen erkennen diese Logos nicht nur, sie verbinden damit sogar unbewusst Eigenschaften und gegebenenfalls auch Erinnerungen. Zudem gibt es Farben, die eine Identität herstellen. Beim BDKJ ist das ein spezieller Grünton, welchen ihr auch auf unserer Internetseite immer wieder seht. Platziert also euer Logo immer an der gleichen Stelle, nutzt eine bestimmte Farbe und überlegt euch ein auffälliges Design. So erkennt man sofort, auch ohne ein Wort gelesen zu haben, dass da ein neues Plakat von eurer Gruppe hängt.

Tipp #2 – Schaffe Aufmerksamkeit

Wollt ihr gezielt Personen ansprechen, die euch nicht kennen, dann müsst ihr zunächst deren Aufmerksamkeit gewinnen. Hierfür eignen sich Bilder besonders gut. Am besten benutzt ihr Bilder, die besonders skurril sind oder welche, die menschliche Gesichter zeigen. Denn von Natur aus sind wir darauf geprägt, Menschen genauer zu betrachten. Auch eignen sich große Texte oder auffällige Farben, um das Auge auf eure Werbung zu lenken. Dabei aber niemals übertreiben! Zu bunt und chaotisch wirkt abschreckend.

(http://blog.marleneohlsson.de/2019/hoch-die-haende-wochenende-astra-beer-campaign/florian-schueppel/)

Tipp #3 – Haltet euch kurz

Weniger ist mehr; das gilt auch bei der Werbung. Die durchschnittliche Betrachtungsdauer einer Werbeanzeige beträgt ca. 4 Sekunden. In dieser Zeit müsst ihr dafür sorgen, dass euer Angebot interessant genug ist, sich intensiver damit auseinander zu setzen. Texte werden nur selten komplett gelesen. Wenn Texte für eure Werbung nötig sein sollten, vermeidet auf jeden Fall lange, verschachtelte Sätze, die man vielleicht mehrmals lesen muss. Hierbei gilt der Grundsatz: Sparsamkeit vor Korrektheit.

Tipp #4 – Bilder sagen mehr als Worte

Wenig Text und viel Aufmerksamkeit erreicht man am besten durch Bilder. Weiterhin können Bilder aber auch Emotionen transportieren und Sehnsüchte wecken. Sollte euer Ferienlager also am Meer stattfinden, dann eignen sich Fotos vom Sonnenuntergang über dem Wasser oder einem Sandstrand bestens, um die Fahrt zu bewerben.
Wo man passende Bilder findet, ohne sich Sorgen um das Urheberrecht machen zu müssen, könnt ihr im vorletzten Blogbeitrag nachlesen.

Tipp #5 – Kenne deine Zielgruppe

Jede Art von Werbung hat Adressat*innen. Das solltet ihr schon vor der eigentlichen Gestaltung im Hinterkopf haben. Hängt die Werbung in Schulen, so wird eine andere Zielgruppe angesprochen als im Schaukasten der Pfarrgemeinde. Es kann durchaus Sinn machen, die Werbung gezielt anzupassen. Oftmals reicht es dafür, beispielsweise die Stichpunkte auf dem Plakat auszutauschen, um andere Aspekte hervorzuheben. Kinder könnt ihr damit überzeugen, dass sie bei eurer Freizeit zwei Wochen Spaß mit ihren Freundinnen und Freunden und vielen anderen Kindern haben können. Eltern überzeugt man eher, indem die Erfahrung und Kompetenz eures Teams verdeutlicht wird.


Um die Werbung gegen verschiedene Kriterien zu prüfen, eignet sich das zwar nicht sehr umfangreiche, aber dafür einfache AIDA-Modell. Die einzelnen Buchstaben haben dabei folgende Bedeutung:

A – attention
I – intererest
D – desire
A – action

Eine Werbung sollte so gestaltet sein, dass sie zunächst die Aufmerksamkeit der Menschen gewinnt. Danach muss das Interesse geweckt werden. Dies kann zum Beispiel durch einen Slogan oder Spruch geschehen. Jetzt kommt der wahrscheinlich kniffeligste Teil. Wir wollen nun ein Verlangen bei der betrachtenden Person erzeugen. Bei Tipp 4 wurde als Beispiel das Bild vom Sonnenuntergang am Meer angeführt. Dies erzeugt bei uns die Sehnsucht nach Reisen und das Verlangen, einen Urlaub buchen zu wollen. Der letzte Punkt wird gern vergessen. Wie kann die Person aktiv werden und handeln? Hierfür reicht schon ein QR-Code oder Link, auf dem weitere Informationen zur Ferienfreizeit, zur Gruppe oder Ähnlichem zu finden sind. Oder ihr schreibt, wo euer Fest wann stattfindet, damit die Leute sich diesen Termin direkt im Kalender notieren können.

Beherzigt diese Tipps bei der Gestaltung eurer kommenden Werbungen und versetzt euch dabei immer auch in die Lage einer Person, die sich diese angucken wird. So kann die tolle Arbeit, die von euch vor Ort geleistet wird, in Zukunft noch besser wahrgenommen werden.